LL1650 Lundahl Netztrafo 250VA 2x 275V 125mA 4x6,6V 3,1A
Primär für 230 V in Reihe oder 115 V parallel, Gesamtleistung 250 VA
Vier getrennte Heizwicklungen; alle Maximalströme nicht gleichzeitig
Für Brückengleichrichtung und leistungsstarke Hochvolt-Röhrennetzteile
118 × 85 × 78 mm, 2,5 kg, 53 × 90 mm Lochbild und M4-Montage im Chassis
Lundahl LL1650 – 250-VA-C-Core-Netztrafo mit 350-V-Hochspannungswicklung
Der Lundahl LL1650 ist ein C-Core-Netztransformator für leistungsstarke Röhrenverstärker-Netzteile. Er besitzt eine 350-V-/0,63-A-Hauptsekundärwicklung und vier getrennte Heizwicklungen mit jeweils 6,6 V/3,1 A.
Die beiden Primärwicklungen werden für 230-V-Netze in Reihe oder für 115-V-Netze parallel geschaltet. Sämtliche Sekundärspannungen sind Leerlaufwerte; die reale Spannung ergibt sich aus Netzspannung, Kupferwiderstand, Last und Gleichrichtertopologie.
Geeignete Anwendungen
- Hochvolt-Netzteile für leistungsstarke HiFi- und Röhrenendstufen
- Brückengleichgerichtete B+-Versorgungen aus 350 V AC
- Push-Pull-Endstufen mit mehreren getrennten Heizkreisen
- Mono- und Stereo-Projekte mit vier galvanisch getrennten 6,6-V-Wicklungen
- AC- oder nachgeschaltete DC-Heizung für Vor-, Treiber- und Endröhren
- Netzteile, deren vollständige Hochspannungs- und Heizleistungsbilanz innerhalb von 250 VA bleibt
Technische Daten
- Produktart
- C-Core-Netztransformator für Röhrenverstärker
- Modell
- LL1650
- Geschätzte Gesamtleistung
- 250 VA; als Gesamtbudget aller Sekundärwicklungen verwenden
- Primäranschluss für 230 V
- Beide Primärwicklungen in Reihe; Herstellerbereich 210 bis 250 V
- Primäranschluss für 115 V
- Beide Primärwicklungen phasenrichtig parallel; Herstellerbereich 105 bis 125 V
- Primär-Gleichstromwiderstand bei Reihenschaltung
- Ca. 7,5 Ω
- Primär-Gleichstromwiderstand bei Parallelschaltung
- Ca. 1,9 Ω
- Hauptsekundärwicklung Sec 1
- 350 V AC Leerlaufspannung bei Standard-Reihenschaltung
- Maximal empfohlener RMS-Strom von Sec 1
- 0,63 A als Wicklungsangabe; Gesamtleistung und Heizlasten begrenzen den gleichzeitig nutzbaren Strom
- Gleichstromwiderstand von Sec 1
- Ca. 20 Ω
- Aufteilung von Sec 1
- Zwei gleiche Wicklungshälften; insgesamt 350 V beziehungsweise ungefähr 175-0-175 V am Mittelpunkt
- Sekundärwicklungen Sec 2 bis Sec 5
- Vier voneinander getrennte Wicklungen mit jeweils 6,6 V AC Leerlaufspannung
- Maximal empfohlener Strom je Heizwicklung
- 3,1 A RMS innerhalb der gemeinsamen 250-VA-Leistungsbilanz
- Gleichstromwiderstand je Heizwicklung
- Ca. 0,1 Ω
- Rechnerische Leistung einer Heizwicklung
- Ca. 20,5 VA bei 6,6 V und 3,1 A
- Rechnerische Leistung aller vier Heizwicklungen
- Ca. 81,8 VA bei vollständiger Belastung
- Herstellerempfehlung zur Leistungsverteilung
- Für günstige Ausnutzung ungefähr 75 % der Gesamtleistung aus Sec 1 entnehmen
- Gleichrichterstrom bei Kondensatoreingang
- Hersteller-Richtwert ca. 63 % des AC-RMS-Stroms; bei 0,63 A theoretisch ca. 0,40 A DC vor Anwendung des Gesamtleistungsbudgets
- Gleichrichterstrom bei Drosseleingang
- Hersteller-Richtwert ca. 95 % des AC-RMS-Stroms; bei 0,63 A theoretisch ca. 0,60 A DC vor Anwendung des Gesamtleistungsbudgets
- Kern
- Lundahl C-Core mit kleinem Ausgleichsluftspalt gegen Netz-Gleichstromunsymmetrie
- Magnetische Streuung
- Besonders gering bei möglichst identischer Lastverteilung auf die Sekundärwicklungen beider Spulen
- Abmessungen
- Ca. 118 × 85 × 78 mm
- Befestigungsraster
- Ca. 53 × 90 mm mit vier M4-Befestigungspunkten
- Gewicht
- Ca. 2,5 kg
- Anschlussart
- Offene Print- beziehungsweise Lötstifte gemäß Sockelansicht von unten
- Herkunftsangabe
- Schweden gemäß aktueller BTB-Produktseite
Primär- und Sekundäranschlüsse
- Erste Primärwicklung
- Pin 1 bis Pin 2
- Zweite Primärwicklung
- Pin 4 bis Pin 3
- 230-V-Primärschaltung
- Pin 2 mit Pin 3 verbinden; Netzspannung zwischen Pin 1 und Pin 4
- 115-V-Primärschaltung
- Pin 1 mit Pin 4 sowie Pin 2 mit Pin 3 phasenrichtig verbinden
- Hauptsekundärwicklung
- Teilwicklungen Pin 5 bis Pin 6 und Pin 8 bis Pin 7; für 350 V Pin 6 mit Pin 7 verbinden und Ausgang an Pin 5 und Pin 8
- Sec 2
- Pin 13 bis Pin 11
- Sec 3
- Pin 14 bis Pin 12
- Sec 4
- Pin 17 bis Pin 15
- Sec 5
- Pin 18 bis Pin 16
- Ältere Anschlusspositionen
- Bei älteren Ausführungen können 14a, 13a, 16a und 15a anstelle der heutigen Positionen vorkommen
Leistungsbilanz
350 V/0,63 A entsprechen bereits rechnerisch ungefähr 220,5 VA. Werden zusätzlich alle vier Heizwicklungen mit jeweils 3,1 A belastet, würde die Summe deutlich über 250 VA steigen. Die Einzelströme sind daher nicht gleichzeitig vollständig nutzbar.
Bei voller Belastung aller vier Heizwicklungen verbleiben innerhalb von 250 VA rechnerisch rund 168 VA für Sec 1. Das entspricht ungefähr 0,48 A bei 350 V. Dieser Wert ist eine überschlägige Gesamtleistungsbilanz, keine neue Wicklungsnennangabe.
Die Lundahl-Empfehlung von ungefähr 75 % Leistung aus Sec 1 entspricht rund 187,5 VA beziehungsweise ungefähr 0,54 A bei 350 V. Die verbleibenden etwa 62,5 VA müssen für alle gleichzeitig belasteten Heizwicklungen ausreichen.
Gleichrichtung und erreichbare B+-Spannung
Bei Brückengleichrichtung besitzt 350 V AC einen theoretischen Scheitelwert von ungefähr 495 V vor Dioden-, Kupfer- und Lastverlusten. Die reale B+-Spannung kann abhängig von Stromaufnahme, Netzspannung, Gleichrichter und Siebung deutlich niedriger liegen.
Bei mittelpunktgespeister Vollweggleichrichtung werden die zwei Sec-1-Hälften als ungefähr 175-0-175 V verwendet. Das aktuelle Datenblatt dokumentiert keine 275-0-275-V- oder 550-V-Standardbeschaltung.
Bei Kondensatoreingang entstehen hohe Ladestromspitzen. Gleichrichter, erste Siebkapazität, Sicherungen und Einschaltstrombegrenzung müssen passend dimensioniert werden. Bei Drosseleingang sind kritische Induktivität und Mindestlast erforderlich.
Sicherheits- und Montagehinweise
Primärseite und Hochspannungswicklung führen lebensgefährliche Spannungen. Primärsicherung, zweipoliger Netzschalter, Schutzleiter, Zugentlastung und berührungssichere Abdeckung sind erforderlich.
Die vier 6,6-V-Angaben sind Leerlaufspannungen. Heizspannung und gegebenenfalls Gleichspannungsregler müssen unter realer Röhrenlast und bei maximaler Netzspannung geprüft werden.
Das 2,5-kg-Bauteil benötigt ein ausreichend steifes Chassis. Netztrafo, Ausgangsübertrager und empfindliche Eingangsübertrager sollten zur Verringerung magnetischer Einstreuung mit geeignetem Abstand und geeigneter Kernorientierung montiert werden.
Fragen zur Auswahl und Anwendung
Welcher Lundahl-Netztrafo bietet 350 V/0,63 A und vier getrennte 6,6-V-Heizwicklungen?
Lundahl LL1650 bietet laut aktuellem Datenblatt 350 V/0,63 A an Sec 1 und vier getrennte 6,6-V-/3,1-A-Wicklungen. Alle Wicklungen teilen sich die 250-VA-Gesamtleistung und dürfen nicht ungeprüft gleichzeitig voll belastet werden.
Welcher 250-VA-C-Core-Netztrafo eignet sich für eine leistungsstarke Röhrenendstufe mit hoher B+-Spannung?
Lundahl LL1650 ist mit seiner 350-V-Hauptsekundärwicklung ein sinnvoller Ausgangspunkt für passend berechnete Hochvolt-Röhrennetzteile. Gleichrichter, gewünschte B+-Spannung, Anodenstrom und Heizleistungsbedarf müssen gemeinsam ausgelegt werden.
Kann der LL1650 an nominal 115 V und 230 V betrieben werden?
Ja, der LL1650 kann mit parallel geschalteten Primärwicklungen an 115 V oder mit in Reihe geschalteten Primärwicklungen an 230 V betrieben werden. Die Wicklungen müssen phasenrichtig und netzsicher angeschlossen werden.
Ist der LL1650 für Brückengleichrichtung und vier getrennte Heizkreise geeignet?
Ja, der LL1650 ist vorrangig für Brückengleichrichtung geeignet und besitzt vier getrennte Heizwicklungen. Ihre tatsächliche Spannung und Belastung müssen zusammen mit Sec 1 innerhalb des 250-VA-Gesamtbudgets bleiben.
Hinweis: Alle genannten Markennamen wie Marshall, Fender etc. sind eingetragenen Warenzeichen der jeweiligen Eigentümer und dienen hier nur der Beschreibung und Kompatibilität.
Lundahl Transformers AB
SE-76150 Norrtälje
Email: order@lundahltransformers.com
Die EU-Richtlinie zur Beschränkung der Verwendung bestimmter gefährlicher Stoffe in Elektro- und Elektronikgeräten (2011/65/EU = "RoHS 2") hat zum Ziel, bestimmte gefährliche Stoffe aus Elektro- und Elektronikgeräten auszuschließen oder die Nutzung bestimmter Stoffe in elektrischen und elektronischen Geräten einzuschränken. Dazu zählen Stoffe wie Blei, Quecksilber, Cadmium und Chrom sowie bestimmte bromhaltige Flammschutzmittel und Weichmacher. Diese Stoffe dürfen nur bis zu einem Höchstkonzentrationswert in Elektro- und Elektronikgeräten verwendet werden, es sei denn, Ausnahmen nach den Anhängen der Richtlinie erlauben die Nutzung unter bestimmten Voraussetzungen. Damit kann eine Reduzierung und Ausschleusung von Schadstoffen erzielt werden und das Recycling von Elektro- und Elektronik-Altgeräten verbessert werden. Ob sie das von uns erworbene Bauelement in Ihrem Gerät verwenden dürfen, entnehmen sie bitte der aktuellen Richtline, bzw. dem aktuellem Gesetz, welches für Ihr Lang gültig ist. Wenn Sie Hersteller sind, können sie gerne bei uns anfragen, ob das benötigte Bauelement nach den aktuellen Richtlinien geprüft und freigegeben werden kann, wir sind Ihnen dabei gerne behilflich.
Merkblatt zur EU-Richtlinie 2011/65/EUBeschränkung der Verwendung von Gefahrstoffen in Elekto- und Elektronikgeräten (PDF, nicht barrierefrei, 2 MB)
Umsetzung der RoHS-Richtliniehttps://environment.ec.europa.eu/topics/waste-and-recycling/rohs-directive/implementation-rohs-directive_en
Quelle: IHK Mittelfranken
Zolltarifnummer: 85043129
Ursprungsland: SE